Die Zeitarbeit, oder auch Arbeitnehmerüberlassung, hat ihren Ursprung in einem Personalengpass der beiden amerikanischen Rechtsanwälte Elmer L. Winter und Aaron Scheinfeld im Jahre 1948. Die beiden Anwälte benötigten für die Erstellung eines juristischen Schriftstückes einen zusätzlichen Mitarbeiter und mussten feststellen, dass kein Unternehmen kurzfristig Personal zur Verfügung stellen konnte.

Als ihnen bewusst wurde, dass sie sicherlich nicht die Einzigen waren, die mit derartigen Problemen zu kämpfen hatten, gründeten sie noch im selben Jahr das Unternehmen Manpower Inc. in Milwaukee, USA. Die Idee setzte sich durch und die neue Branche der modernen Zeitarbeit begann in den folgenden Jahren einen enormen Siegeszug quer durch die USA.

  • Die Expansion in den Vereinigten Staaten setzte sich in Europa mit der Eröffnung zweier Büros in Paris und London 1956 fort.
  • Die Niederlassung des 1957 in der Schweiz gegründete Zeitarbeitsunternehmens „Adia Interim“ galt 1962 als erstes Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland und hatte seinen Sitz in Hamburg.

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz  (AÜG)

Im Jahre 1972 wurde ein Gesetz zur Regelung der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung durch den deutschen Bundestag verabschiedet, kurz AÜG. Dieses Gesetz soll  Zeitarbeitnehmern einen sozialen Mindestschutz gewährleisten. Mit Einführung dieses Gesetzes verfolgte der Gesetzgeber verschiedene Ziele:

  • das Betreiben von Arbeitnehmerüberlassung von einer Erlaubnis abhängig zu machen
  • die Arbeitnehmerüberlassung von der Arbeitsvermittlung abzugrenzen
  • die langfristige Arbeitnehmerüberlassung zu unterbinden
  • die Arbeitnehmerüberlassung staatlicher Kontrolle zu unterwerfen
  • den arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Schutz der Zeitarbeitnehmer zu gewährleisten
  • einen besonderen Schutz für ausländische Arbeitnehmer zu garantieren.

Die Märkte und Rahmenbedingungen ändern sich kontinuierlich und auch die Zeitarbeit muss sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen und anpassen. Diverse Änderungen des AÜG sind daher seit damals erfolgt.

Überlassungsverbot ins Bauhauptgewerbe

Mit der Verabschiedung des AÜG wurde die Bundesregierung beauftragt, alle vier Jahre über Erfahrungen mit der Anwendung dieses Gesetzes zu berichten. Am 1. Januar 1982 wurde „die Arbeitnehmerüberlassung in Betriebe des Baugewerbes für Arbeiten, die üblicherweise von Arbeitern verrichtet werden“, gesetzlich verboten, denn dort wurden damals die meisten Verstöße gegen geltendes Recht registriert. Das Verbot der Arbeitnehmerüberlassung im Bauhauptgewerbe hat bis heute noch Bestand.

Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.

Im Jahre 1998 wurde der iGZ – Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. als Verein gegründet, dem auch die WFD GmbH angehört. Der iGZ ist ein wichtiger Faktor bei der Zukunftsgestaltung der Zeitarbeitsbranche, wie z.B. ein allgemeinverbindlicher tariflicher Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche oder ein iGZ-verbindlicher Ethik-Kodex.

Moderne Dienstleistung mit normalen Arbeitsverhältnissen

Zeitarbeit gehört zu einem modernen und flexiblen Personalmanagement und ist aus unserer heutigen globalisierten Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Viele erfolgreiche Unternehmen nutzen diese moderne Dienstleistung. Dennoch gehen beim Thema Zeitarbeit/Personalüberlassung die Meinungen weit auseinander. Tatsache ist aber:

  • Zeitarbeitsunternehmen sind ganz normale Unternehmen
  • Zeitarbeitnehmer sind ganz normale Arbeitnehmer
  • Zeitarbeit ist ein Dreiecksverhältnis zwischen Zeitarbeitsunternehmen – Zeitarbeitnehmer – Kunde (Entleiher)
  • Zeitarbeitsunternehmen tragen sämtliche Arbeitgeberpflichten, gewähren und zahlen Urlaub, führen Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer ab, sind auch an sämtliche bestehenden Arbeits- und Sozialgesetze gebunden.
  • Zeitarbeitsunternehmen schließen einen Vertrag mit den Kundenbetrieben über die Arbeitsleistung des Zeitarbeitnehmers

 

Zur Website des iGZ – Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. 

 

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