Zeitarbeit RettungsringZeitarbeit ist für mich ein Begriff, der absolut positiv besetzt ist. Zuerst aber hatte ich Pech. Wie das alles kam, was mir passierte und wie ich meine Phase der Zeitarbeit glücklich gemeistert habe, erzähle ich gern.

Vor längerer Zeit, ich war am Beginn meiner Berufskarriere, bekam ich eine schreckliche Nachricht. Als ich in der Firma anfing, für die ich arbeitete, sah alles so gut aus. Ich war in einer wachsenden Branche im kaufmännischen Bereich angestellt. Ich hatte sehr gute Computerkenntnisse, verdiente überdurchschnittlich. Alles fein, es machte mir Spaß.

Doch dann kam die Nachricht: Mein Lebenslauf sollte unterbrochen werden, weil die Firma, für die ich arbeitete, 160 Kilometer weiter weg zog. Ein Umzug kam für mich damals nicht in Frage.

Auf Wiedersehen, fester Arbeitsplatz

Sehr unerfreulich alles. Schneller als ich überhaupt gucken konnte, saß ich ohne festen Arbeitsplatz da. Ich meldete mich also beim Arbeitsamt (heute Agentur für Arbeit) und fragte, was ich machen könnte.

Der Arbeitsmarkt sah damals ziemlich mau aus und es waren mehr Bewerber vorhanden als Stellen frei. Meine Beraterin war aber so nett und sagte mir, dass es um die Ecke eine Zeitarbeitsfirma gibt. Ich sollte mich doch mal dort erkundigen. Unsicher, ob ich die Aussage gut oder schlecht finden sollte, ging ich nach Hause.

Hallo Zeitarbeit?

Am nächsten Morgen – ich musste ja nicht zur Arbeit – ging mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf. Die Gedanken rotierten: „Zeitarbeit, Zeitarbeit, Zeitarbeit – was genau ist eigentlich Zeitarbeit?“ fragte ich mich. Also machte ich mich zurecht, zog einen bürogeeigneten Hosenanzug an und stiefelte los.

Ich hatte Glück! Nach soviel Pech wurde das ja auch mal Zeit. Eine überaus liebenswürdige und sympathische Personalberaterin empfing mich sogar spontan im Büro. Kleine Anmerkung: Sonst lieber einen Termin vorher telefonisch vereinbaren!

Wir führten ein tolles Gespräch. Ich versprach, ihr gleich am nächsten Morgen meine Unterlagen zu senden. Sie hatte nämlich in der nächsten Woche schon einen Job für mich. Mein erster Zeitarbeitseinsatz. Womit ich rechnen musste, war klar: ein bisschen weniger Einkommen. Aber da ich vorher überdurchschnittlich bezahlt wurde, ging das für mich in Ordnung. Für mich war wichtiger, dass ich nicht lange arbeitslos bin, dass mein festes Gehalt reinkam, ich angestellt war und meine Miete und mein Auto bezahlen konnte. Bei meiner Personalvermittlerin fühlte ich mich zudem gut aufgehoben. Sie hat mich sehr gut eingeschätzt und mir Stellen überlassen, die ich gut ausfüllen konnte.

Aus der Zeitarbeit in die Festanstellung

Der erste Einsatz in der Zeitarbeit war nur für vier Tage. Bei einem großen Konzern im technischen Bereich als Bürokauffrau. Mein Vater ist Ingenieur, ich bin technisch begabt, keine Sache für mich.

Der zweite Einsatz war aber noch spannender. Eine Branche, in der ich von allein nie einen Fuß in die Tür bekommen hätte: Versicherungen! Nachdem ich wochenlang immer wieder vom Kunden gebucht wurde, kam noch eine Verlängerung und noch eine. Man schien zufrieden, oder? Die Krönung war damals: Ich hätte sofort eine Festanstellung bekommen und außerdem noch die Wahl zwischen zwei Abteilungen gehabt.

Diese kleine Geschichte zeigt, dass man genau darauf achten muss, bei WEM man in der Personalüberlassung / Zeitarbeit arbeitet. Für mich war „Ende gut, alles gut“. Wobei … ich habe dann nicht in der Versicherung angefangen.

Weil ich so gut drauf war, hatte ich noch in der Mittagspause meines Zeitarbeits-Jobs ein ultraschnelles Vorstellungsgespräch absolviert. Danach hatte ich den neuen Job im Großhandel als leitende Sachbearbeiterin in der Tasche. Die Zeitarbeitsjobs haben mir ein besseres Selbstbewusstsein und eine gute Ausstrahlung gebracht. So kann es gehen. Probieren Sie es aus, machen Sie neue Erfahrungen!