Im LKW von München nach Istanbul oder nach Karlsruhe. Im Reisebus von Hamburg nach Madrid. Im Linienbus von Haltestelle zu Haltestelle durch die ganze Stadt. Berufskraftfahrer haben die Wahl: Sie transportieren Güter oder befördern Personen entweder in begrenzten Regionen, deutschlandweit und evtl. auch ins Ausland.

Berufskraftfahrer verbringen viel Zeit hinter dem Steuer, ihr Arbeitsplatz ist die Fahrerkabine. Sie kennen die Straßenverkehrsregeln im In-­ und Ausland, ihre Aufgabe ist es, die Ladung sicher und zuverlässig an den Zielort zu bringen. Das bedeutet mehr als nur Fahren: Berufskraftfahrer planen auch die Route, helfen beim Be- und Entladen, sichern die Ladung und erledigen kleinere Reparaturen am Fahrzeug.

Was macht man in diesem Beruf?

Die wichtigste Aufgabe als Berufskraftfahrer ist es, das Fahrzeug sicher zu steuern – ob das nun ein Sattelschlepper, ein Betonmischer oder ein Omnibus ist. Ihren Kunden stehen sie immer als kompetenter und freundlicher Ansprechpartner zur Verfügung.

Vor Fahrtantritt führen Berufskraftfahrer eine Übernahme­ und Abfahrtskontrolle am Fahrzeug durch. Dabei überprüfen sie z.B. die Räder, den Motor und die Funktionsfähigkeit der Bremsanlagen. Anschließend nehmen sie das Transportgut oder das Gepäck der Fahrgäste an. Sie sorgen dafür, dass das Gewicht der Ladung gleichmäßig verteilt ist, und kontrollieren die mitzuführenden Papiere und die je nach Fracht evtl. erforderliche Beschilderung des Fahrzeugs.

Wo arbeiten Berufskraftfahrer?

Berufskraftfahrer finden in erster Linie Beschäftigung in Transportunternehmen des Güterverkehrs (z.B. Speditionen) und  in  Transportunternehmen des  Personenverkehrs,  z.B.  kommunale Verkehrsbetriebe oder Bus­unternehmen.

Einige Betriebe bilden auch zum Berufskraftfahrer aus. Das dauert 3 Jahre und beinhaltet Theorie (Berufsschule) und Praxis.

Anforderungen:

  • Verantwortungsbewusstsein (z.B. Überprüfen der Betriebssicherheit oder Einhalten der Lenkzeiten)
  • Organisationstalent (z.B. wenn wegen eines Staus die Route neu geplant werden muss)
  • Technisches Verständnis (z.B. Kontrolle der Betriebssicherheit von Antrieb, Fahrwerk, Untergestell, Bremsen)
  • Umsicht und Konzentrationsfähigkeit (z.B. beim Erfassen und Berücksichtigen des Umfelds beim Rangieren oder Rückwärtsfahren)
  • Beobachtungsgenauigkeit und Aufmerksamkeit (z.B. Beachten von Anzeigen und des Straßenverkehrs)
  • Entscheidungsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit (z.B. Erkennen von und Reagieren auf Gefahrensituationen)
  • Englischkenntnisse (als Fernfahrer kann es natürlich schon praktisch sein, sich im Ausland verständigen zu können.)
  • Fitness (das Be- oder Entladen des Lastwagens oder Sichern der Ladung sowie kleinere Reparaturen am Fahrzeug können körperlich ziemlich anstrengend sein.)


Gut zu wissen

Ein privat erworbener Lkw-Führerschein reicht meistens nicht aus. Laut Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz muss man die umfassendere Ausbildung, Umschulung oder Weiterbildung zum Berufskraftfahrer absolvieren. Die Weiterbildung zum Berufskraftfahrer beinhaltet den Erwerb des LKW-Führerscheins der Klasse C und CE.

Eine Umschulung zum Berufskraftfahrer ist auch möglich. Fragen Sie dann bei der Bundesagentur für Arbeit nach, welche Kosten in welcher Höhe gegebenenfalls übernommen werden.

Punkte in Flensburg sollte man natürlich auch nicht haben, auch hier erkundigen Sie sich beim Kraftfahrt-Bundesamt vorab, dass Sie eine „weiße Weste“ haben.

 

Weitere Informationen zur Tätigkeit, Ausbildung, Kompetenzen, rechtlichen Regelungen und so weiter gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit.

Für eine bessere Lesbarkeit des Textes haben wir auf die Nennung der weiblichen Form verzichtet. Selbstverständlich sind Frauen gleichermaßen angesprochen. Wir bitten um Verständnis.

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