Sektlaune ab morgens um 11 Uhr? Laute Beschallung im Büro?

Am Thema Fasnacht scheiden sich die Geister. Auch wenn die Region Hohenlohe keine Karnevals-Hochburg ist – Fasnacht gefeiert wird überall. Mit unseren Tipps kommen Sie unbeschadet durch die fünfte Jahreszeit.

 

Generell gilt: Auch an Fasnacht ist das deutsche Arbeitsrecht nicht außer Kraft gesetzt. Eingefleischte Narren müssen also bei ihrem Chef Urlaub beantragen und darauf achten, dass die freien Tage auch genehmigt sind. Wer arbeitsvertraglichen Pflichten keine Beachtung schenkt, riskiert eine Abmahnung oder gar die Kündigung. Anderes gilt nur, falls Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag abweichende Regelungen beinhalten.

An Fasnacht gibt es nicht automatisch frei

Die tollen Tage zählen nicht zu den gesetzlichen Feiertagen. Wer dem närrischen Treiben frönen will, muss wohl oder über Urlaub nehmen.

Allerdings wird in manchen Unternehmen regelmäßig von Rosenmontag bis Aschermittwoch nicht gearbeitet – ein Anspruch auf „arbeitsfrei“ kann sich dann durch die so genannte betriebliche Übung ergeben. In diesem Fall hat der Arbeitgeber seiner Belegschaft in mindestens drei aufeinanderfolgenden Jahren freigegeben und die Mitarbeiter leiten daraus einen Anspruch auf das Folgejahr ab. Ganz ohne ist aber auch die Sache mit der betrieblichen Übung nicht: Gibt der Arbeitgeber seiner Mannschaft unregelmäßig frei – etwa in Abhängigkeit von der aktuellen Auftragslage oder wegen konjunktureller Schwankungen – handelt es sich nicht um eine betriebliche Übung.

Bei Unsicherheit bezüglich der betrieblichen Regelungen also immer den Chef fragen!

Im Büro herrscht kein kompletter Ausnahmezustand

Wer sicher durch die närrische Zeit kommen will, sollte nicht nur das Arbeitsrecht im Blick behalten. Am Arbeitsplatz ist der Business-Knigge nicht außer Kraft gesetzt:

  • In einer Sektlaune die ältere Kollegin auf einmal mit dem Vornamen angesprochen? Auch wenn das „Du“ unter dem närrischen Volk an der Tagesordnung ist: Im Job ist es in der Regel nicht angebracht.
  • Laute Beschallung im Büro? Das kommt ganz auf die Branche und den konkreten Arbeitsplatz an. Generell gilt: Die Kollegen dürfen sich nicht gestört fühlen.
  • Ein kleiner Schnaps am Schreibtisch? Alkohol sollte auch während der Fasnacht eher die Ausnahme als die Regel sein und ist höchstens in überschaubarem Maße erlaubt.
  • Krank im Anschluss an die tollen Tage? Das Immunsystem wird durch das permanente Feiern ganz schön beansprucht und Erkältungsviren haben ein leichtes Spiel. Kein Wunder, dass sich die Zahl der Krankmeldungen im Anschluss an die närrische Zeit häuft. Natürlich ist das nicht gern gesehen, juristisch kann Ihnen bei einer „unverschuldeten Arbeitsunfähigkeit“ aber keiner etwas nachsagen.

Allen Fasnachts-Begeisterten wünschen wir tolle Tage, eine ausgelassene Zeit sowie viel Spaß während des bunten Treibens. Bleiben Sie gesund und munter!

Fotos: Pixabay, Public Domain