Von Süßigkeiten über belegte Brötchen bis hin zum kompletten Mittagessen: Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal am Arbeitsplatz gegessen hätte. Gerade wenn es sehr hektisch zugeht und nur wenig beziehungsweise gar keine Zeit für eine richtige Mittagspause bleibt. Doch ist das überhaupt erlaubt? Darf der Chef den Snack vor dem PC untersagen? Welche Regelungen gibt es, wenn es um das Essen und Trinken am Arbeitsplatz geht?

Keine generelle Regelung

Wie so oft im Leben gibt es auch in diesem Fall keine einheitliche Regelung. Das Essen am Arbeitsplatz ist nicht generell verboten. Prinzipiell darf demnach am Schreibtisch gegessen werden – es sei denn, es existiert eine Betriebsordnung, die etwas anderes vorgibt. Dabei spielt es etwa eine Rolle, ob der Mitarbeiter an seinem Arbeitsplatz Kundenkontakt hat und ob es im Unternehmen für Essenspausen vorgesehene Räume gibt. In Produktionsbetrieben ergibt sich oft schon aus Arbeitsschutzgründen ein Speiseverbot dort, wo etwa mit gefährlichen Maschinen gearbeitet wird.

Kein Essen im Umgang mit Kunden

Wer bei der Arbeit keine Kunden oder Geschäftspartner empfängt, dem kann das Essen und Trinken am Schreibtisch nicht untersagt werden, solange Arbeits- und Gesundheitsschutzvorschriften dadurch nicht verletzt werden.

Außerhalb der Pausen hungrig bleiben müssen aber beispielsweise das Verkaufspersonal in Kaufhäusern und Bedienungen in Hotel- und Restaurantbetrieben. Diesen Mitarbeitern darf das Trinken und Essen in den für Kunden einsehbaren Bereichen untersagt werden. Auch Pflegemitarbeiter in Krankenhäusern und Seniorenpflegeeinrichtungen fallen unter diese Regelung, ebenso wie Büro- und Verwaltungsjobs mit Publikumsverkehr.

Auch mit dem Schutz von Arbeitsmitteln dürfen Arbeitgeber ein Essensverbot am Arbeitsplatz aussprechen. Voraussetzung ist dann aber, dass das Unternehmen über entsprechende Pausenräume verfügt. Fehlen entsprechende Rückzugsräume, muss im Einzelfall geklärt werden, ob am Arbeitsplatz gegessen werden darf oder nicht.

Nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Kollegen

Selbst, wenn die Tätigkeit es erlaubt, dass man bei der Arbeit isst und der Chef nichts dagegen hat, sollte man den guten Anstand wahren. Auch wenn Sie Döner mit Knoblauchsauce oder Mettbrötchen mit Zwiebeln lieben – wegen des starken Geruchs sollten Sie den Kollegen zuliebe darauf verzichten, solche Gerichte im Büro zu sich zu nehmen. Die gegenseitige Rücksichtnahme dürfte vorgeben, das die Grenzen des Hinnehmbaren dort erreicht sind, wo andere Mitarbeiter belästigt werden.

Schutz der Arbeitsmittel

Ein Essensverbot im Büro auszusprechen ist auch dann legitim, wenn die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel geschützt werden sollen. Es passiert schließlich schnell, dass Brotkrümel, Ketchup-Flecken und Co. Tastatur, Maus und andere Arbeitsmittel beschädigen. In einem solchen Fall muss der Mitarbeiter übrigens nicht nur mit einer Abmahnung rechnen, sondern gegebenenfalls Schadenersatz zahlen.

Arbeit darf nicht unter dem Essen leiden

Essen statt arbeiten geht selbstverständlich nicht. So kann es durchaus zulässig sein, am Schreibtisch eine Kleinigkeit zu verspeisen und einen Tee zu trinken, wird die Arbeit dazu aber vollständig niedergelegt und die Pausenzeit überzogen, überschreitet das die Grenzen des Erlaubten.

Ganz unabhängig davon, was erlaubt ist und was nicht, generell gilt, dass das Essen am Arbeitsplatz nicht empfehlenswert, da ungesund ist. Während wir essen und gleichzeitig arbeiten, nimmt unser Körper gar nicht wahr, dass Nahrung aufgenommen wird. Das Sättigungsgefühl setzt viel zu spät ein, außerdem haben wir schneller wieder Hunger.

Ihrem Wohlbefinden zuliebe, sollten Sie stets darauf achten, feste Pausen einzulegen und sich vom Arbeitsplatz zu entfernen um entspannt und in Ruhe zu essen.

Foto: pixabay 153230, CC0 Public Domain