Schwere Last (vor dem Bewerbungsgespräch)Kennen Sie das? Sie stehen vor einem Bewerbungssgespräch und fühlen sich, als ob Sie eine schwere Last bewegen müssen.

Im Job eine fachliche Unterhaltung zu führen fällt Ihnen leicht. Da kennen Sie sich aus, da können Sie etwas erklären, hören den Kollegen gern und aufmerksam zu. Da geht es um die Sache. Kein Thema: Sie fühlen sich sicher in Ihrem Metier, können mit Ihrem Handwerkszeug und Arbeitsmaterialien umgehen.

Die Arbeit macht Ihnen Freude. Nun soll es aber ein neuer Job sein. Es gibt viele Gründe, den Arbeitgeber zu wechseln. Es ist an der Zeit, aber Sie hadern. Obwohl es eigentlich ganz gut aussieht. Der Arbeitsmarkt hat einige Jobs für Sie auf Lager. Doch wie kommt man dran? Man muss sich bewerben. Beim Gedanken daran wird Ihnen flau im Magen.

Wenn nur dieses Bewerbungsgespräch nicht wäre!

Haben Sie diese Gedanken? Ich möchte Sie motivieren, sich auf das Bewerbungsgespräch zu freuen. Es ist nämlich eine Chance. Natürlich ist es etwas anderes, wenn man genau diesen einen Job unbedingt haben möchte. Der Druck ist hoch. Dann ist man nicht mehr so locker wie sonst. Total nachvollziehbar. Doch wenn Sie jetzt verkrampft sind, dann hilft es Ihnen gar nicht.

Natürlich sollten Sie das Bewerbungsgespräch auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein paar weitere detaillierte und übersichtliche Tipps gibt es am Ende dieses Artikels.

Wie schaffe ich das Bewerbungsgespräch?

Indem Sie sich nicht verstellen! Seien Sie authentisch. Zeigen Sie Ihre Schokoladenseite, aber lassen Sie die Extraportion Sahne weg. Wie das gehen soll? Übertreiben Sie nicht, wenn Sie über sich selber sprechen. Aber seien Sie auch nicht zu bescheiden. Seien Sie selbstbewusst, aber vermeiden Sie Arroganz und Besserwisserei. Zeigen Sie Höflichkeit und Respekt, aber buckeln und schleimen Sie nicht. Und das Allerwichtigste: die Sprache!

Versuchen Sie nicht, eine Sprache der Gelehrten, Wissenschaftler oder Beamten zu sprechen, wenn das nicht ihr Ding ist. Sie müssen keine Fremdwörter verwenden, um zu imponieren. Branchenspezifische Fachwörter hingegen sind erwünscht und auch erlaubt, wenn die Personaldisponenten aus derselben Fachrichtung sind. Sonst nutzen Sie bitte nur bekannte und geläufige Abkürzungen oder Begriffe.

Floskeln sind tabu

Was meine ich mit Floskeln? Alles, was irgendwie gestelzt klingt. Also was sich so anhört, wie ein auswendig gelernter Textbaustein oder eine Phrase, die inhaltsleer ist. Wie sagt man so schön? Bullshit-Bingo. Konzentrieren Sie sich im Vorfeld nur darauf, was Sie sagen möchten, aber lernen Sie nichts auswendig. Das wirkt total künstlich und verstellt. Ein paar weitere gute Tipps dazu habe ich bei dem Bewerbungsratgeber „Karrierebibel“ gelesen. Lestipp: Bullshit-Bingo im Bewerbungsgespräch: 25 Tabu-Floskeln. Lustig: Es gibt sogar ein PDF zum Ausdruck und Ankreuzen.

Noch ein Tipp für das Bewerbungsgespräch

Fragen Sie mal in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, ob Sie gerade ein Lieblingswort haben, dass Sie unbewusst dauernd benutzen. Auch so etwas kann in einem Gespräch negativ auffallen. Gewöhnen Sie es sich ab. Auch wenn Sie eine Aufzählung haben, sagen Sie nicht immer „dann“, „dann“, „dann“, wenn es viele aufeinanderfolgende Dinge sind. Besonders beim Lebenslauf kann man in diese Falle tappen.

Aber wenn das doch aus Versehen mal passiert, nicht verzweifeln!

Hier nochmal zusammengefasst, die wichtigsten Punkte als kleine Merkliste:

  • Natürliche Sprache, dabei nicht verstellen!
  • Höflichkeit und Respekt, aber keine Schleimerei
  • Freundlichkeit nicht vergessen, natürlich keine Albernheiten, Sprüche und Witze bitte verkneifen

Ist das schwierig? Eigentlich nicht. Beschäftigen Sie sich mit dem Gedanken an ein Bewerbungsgespräch und freuen Sie sich darauf. Es ist eine Chance, ergreifen Sie sie. Den großen Klotz teilen Sie sich in kleine Stücke. Schon mit dem Lesen dieses Artikels sind Sie ein Stück weiter gekommen.

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