Sie bauen kleinste Teile aus Metall genauso wie tonnenschwere Maschinen. Sie lernen die Metallbearbeitung mit der Feile und mit modernen computergesteuerten Maschinen. Sie sind Handwerker in einer Hightech-Branche: die Feinwerkmechaniker/innen.

Metallarbeiter fürs Filigrane

Feinwerkmechaniker sind Fachleute für Präzisionsgeräte des Werkzeug- und Maschinenbaus. Sie fertigen Bauteile für Maschinen und feinmechanische Geräte und montieren sie zusammen mit elektronischen Mess- und Regelkomponenten zu funktionsfähigen Einheiten. Auch bei der Herstellung von Stanzwerkzeugen oder Stahlformen wird von ihnen höchste Genauigkeit verlangt.

Feinwerkmechaniker/innen arbeiten häufig an computergesteuerten Werkzeugmaschinen, zum Teil aber auch manuell. Sie planen Arbeitsabläufe, richten Werkzeugmaschinen ein und bearbeiten Metalle mittels spanender Verfahren wie Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen und Honen. Anschließend beurteilen sie die Arbeitsergebnisse und überprüfen beispielsweise, ob vorgegebene Maßtoleranzen eingehalten werden.  Zudem bauen sie die gefertigten Maschinenteile und Geräte zusammen, stellen sie je nach Verwendungszweck ein und führen Bedienungseinweisungen durch. Außerdem warten und reparieren sie feinmechanische Geräte.

Der Umgang mit den unterschiedlichsten Messzeugen ist ihnen vertraut. Sie beachten Normen und technische Unterlagen und streben eine ständige Verbesserung der Arbeitsabläufe an, auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Ein Job für Tüftler

  • Geschicklichkeit und Auge-Hand-Koordination (z.B. bei manuellen Dreh- und Fräsarbeiten, beim genauen Ausrichten von Werkstücken)
  • Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis (z.B. bei der Montage von Maschinen und Anlagen, beim Erkennen und Beheben von Maschinenstörungen)
  • Sorgfalt (z.B. für das fehlerfreie Anfertigen von Präzisionsgeräten)

Beschäftigungsbetriebe

Feinwerkmechaniker/innen finden Beschäftigung bei Herstellern von feinmechanischen und optischen Erzeugnissen, im Maschinen- und Werkzeugbau sowie in Betrieben, die elektrische Mess- und Kontrollinstrumente produzieren.

Aus vier mach eins

Den Beruf Feinwerkmechaniker besteht seit 2002 und ersetzt die vier handwerklichen Berufe Feinmechaniker, Dreher, Maschinenbaumechaniker und Werkzeugmacher. Die Ausbildung zum Feinwerkmechaniker wird in den Schwerpunkten Feinmechanik, Maschinenbau und Werkzeugbau ausgebildet.
Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Feinmechanik kümmern sich um Präzisionsgeräte der Automatentechnik, Wissenschaft und Medizin, Feinoptik oder Elektrotechnik.
Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Maschinenbaumechanik stellen einzelne Maschinenkomponenten oder ganze Systeme zur Produktion her und warten diese.
Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Werkzeugbau fertigen und reparieren chirurgische Instrumente, Formen, Schablonen, Messgeräte und andere Spezialwerkzeuge, die für die Serienfertigung benötigt werden.

Bewerber sollten gute Noten in Mathematik und Physik mitbringen. Für den Umgang mit den CNC-Maschinen sind technisches Grundwissen und Computerkenntnisse nötig. Geschick und Genauigkeit gehören zu den Grundfähigkeiten von Feinwerkmechanikern.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Ausbildungsdauer: dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; die meisten Feinwerkmechaniker haben den mittleren Bildungsabschluss.

 

 

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